Weniger Langeweile Für Mehr Produktivität

Nicht nur auf die Quantität, sondern vor allem auf die Qualität der Arbeit kommt es an.

Doch wenn wieder ein Arbeitstag mit der Erledigung undankbarer Aufgaben und Anforderungen vergeht und man noch lange nicht fertig ist, klingt diese Weisheit wie Hohn in den Ohren der Tausenden von Angestellten, die noch immer an ihre Schreibtische gefesselt sind und sehnsüchtig auf Feierabend warten.

Wenn man in der Mittagspause, am Abend oder sogar am Wochenende Überstunden schieben muss, um mit der ständig zunehmenden Arbeitsbelastung fertig zu werden, bestimmt die Arbeit irgendwann das ganze Leben.
Doch am schlimmsten ist es, dass all diese mühsam verbrachten Stunden nicht unbedingt dazu führen, dass mehr produktive Arbeit erledigt wird. Und das ist schlecht fürs Geschäft.

Für Angestellte, auf die täglich eine schier endlose Flut an E-Mails, Besprechungen, Updates in den sozialen Medien und Konferenzgesprächen niedergeht, ist das Berufsleben eine immer hektischere und stressigere Angelegenheit, bei der die Produktivität leider auf der Strecke bleibt.

Doch trotz des aufreibenden Umfelds müssen sich Angestellte nach wie vor um den nie versiegenden Strom sterbenslangweiliger Aufgaben kümmern, die weder anspruchsvoll, noch motivierend, sondern schlicht eintönig sind. Ob es darum geht, mit altmodischen Geräten und Ausrüstungen arbeiten zu müssen, mit denen selbst minimale Ergebnisse maximale Zeit benötigen, oder ob als Puffer für Hunderte von E-Mails am Tag – wenn sich ein Mitarbeiter langweilt, leidet die Produktivität.

Eine neuere Studie zu den Arbeitsgewohnheiten von Büroangestellten hat ergeben, dass fast ein Viertel bei ihrer Arbeit „sich die meiste Zeit langweilt“, was zu mehr Stress, mehr Fehlzeiten und außerdem zu dem Wunsch führt, sich nach einem anderen Arbeitsplatz umzusehen. Die Mehrzahl der Angestellten gibt an, dass sie sich schlechter konzentrieren können, wenn sie sich am Arbeitsplatz langweilen, und mehr als die Hälfte beklagt sich, dass sich Fehler einschleichen, wenn man sich stundenlang mit eintönigen Aufgaben beschäftigen muss. Ein kleiner Prozentsatz gibt sogar Sabotage als letztes Mittel zu, um sich am Arbeitsplatz zu stimulieren.

Langeweile beeinträchtigt die Qualität, die Produktivität und die Effizienz der Arbeit – und die wichtigste Ursache dafür ist ein Arbeitstag ohne Herausforderungen, dafür randvoll mit uninteressanten, monotonen Tätigkeiten.

Die Botschaft an Unternehmen ist eindeutig: Sorgen Sie dafür, dass Ihre Mitarbeiter am Arbeitsplatz gefordert werden, und sorgen Sie dafür, dass veraltete Arbeitsgeräte durch moderne Technologie ersetzt werden, die Mitarbeitern die mühsamen, eintönigen Aufgaben abnimmt, damit die Arbeit wieder Freude macht. Denn mehr Freude bedeutet mehr Produktivität, und mehr Produktivität bedeutet mehr Geld.

Wie Die Arbeit So Das Leben

„Meine Güte, siehst du mies aus“, äußerte ein Arbeitskollege nach einem besonders ätzenden Tag im Büro.
Nette Bemerkung – doch leider genau ins Schwarze getroffen.

Vom täglichen Einerlei in der Büro-Tretmühle fertig zu sein, war mittlerweile Alltag, und zwar nicht nur für mich, sondern offensichtlich auch für alle anderen Kollegen, mit denen ich zu tun hatte.

Selbst das lockere Treffen nach der Arbeit hatte sich nach und nach zu einer traurigen Versammlung desillusionierte Leute entwickelt, die nur noch darüber sprachen, wer seinen Job am meisten hasste und wer deswegen am schlechtesten aussah. Niemand verzog auch nur eine Miene bei diesen Bemerkungen, denn anscheinend ist es völlig normal, das miserable Aussehen eines Freundes zu kommentieren, wenn dies auf einen zermürbenden Tag im Büro zurückzuführen ist.

Doch am schlimmsten wurde es anschließend, wenn das allgemeine Jammern ein Ende hatte und unsere Gruppe von Mitzwanzigern, alles Leute in den angeblich besten Jahren, kaum noch Energie für irgendwelche Feierabendaktivitäten aufbringen konnte. Manche waren zu erschöpft von einer Karriere unter Vollgas, für die man schon Superkräfte benötigte, andere waren zu erschöpft vom ewigen Einerlei eines langweiligen Arbeitsalltags, dessen Ödnis sich nach und nach auch auf das restliche Leben auszudehnen schien.

Soll ich mich vielleicht noch schickmachen, um nach Feierabend noch auszugehen? Vielleicht ein andermal. Soll ich mich nicht doch im Fitness-Studio anmelden, damit ich im Sommer fit bin? Wozu denn. Soll ich mich zusammenreißen und zu Hause aufräumen und ein paar Freunde einladen? Ach nein, diese Woche lieber nicht, ich habe einfach keine Lust.

An tausenden von Arbeitsplätzen überall im Land und auf der Welt haben Millionen von Angestellten das Gefühl, in einer Tretmühle zu stecken, ohne wirklich viel geschafft zu bekommen. Manche verschwenden Stunde um Stunde mit mühsamen Aufgaben, die man mit den richtigen Geräten und der richtigen Technologie viel schneller erledigen könnte, und andere rennen unablässig durch die Gegend, um Dutzende von Aufgaben und Anforderungen auf einmal zu bewältigen.
Desillusionierte Angestellte zählen die Tage, Stunden, Minuten und sogar Sekunden bis zum Feierabend, zum nächsten Urlaub oder selbst bis zur Rente, die meisten von ihnen Berufstätige, die ihre Fähigkeiten und Qualifikationen an eintönige Aufgaben verschwenden, die ihnen jegliche Motivation und Inspiration rauben.

Doch das Schlimmste ist, dass man nach Feierabend den Frust nicht wirklich hinter sich lassen und abschalten kann. Denn wenn man am Arbeitsplatz unzufrieden und unproduktiv ist, leidet garantiert auch das Privatleben darunter. Ist es nicht höchste Zeit, das zu ändern?